Wir sind jetzt seit ein paar Tagen in Peru und bevor ich von unseren Erlebnissen zu sprechen komme, möchte ich noch ein paar Worte zu unseren Grenzübergängen verlieren, denn oft hören und lesen wir von Reisenden, die Schwierigkeiten an der Grenze haben, die Schmiergeld zahlen sollen und so weiter. Wir hören und lesen dann aber auch, dass sie der Aufforderung nicht Folge leisten, was sehr wichtig ist, angesichts der Vorstellung von dem überreichen Gringo, der sich das Geld aus der Tasche ziehel lässt, die hier vorherrscht. Wir hatten bisher immer Glück mit unseren Grenzübergängen. In Argentinien und Chile sind wir sogar richtig gerne über die Grenze gegangen, denn es gab meistens was zu lachen, nette Beamte, verrückte Begegnungen. Trotzdem wussten wir, dass sich das ändern wird, wenn wir weiter in Richtung Norden fahren werden. Aber auch da hatten wir bisher Glück. Bei der Einreise nach Bolivien (wir reisten über Colchane aus Chile ein) klärte uns der Beamte vom Zoll, bei dem wir unser Auto einführten, ausführlich über unsere Rechte und Pflichten auf und warnte uns vor Gefahren. Aus Bolivien reisten wir dann über Desaguadero aus, den Grenzübergang südlich von Copacabana. Die Grenze ist superchaotisch, denn sie liegt mitten in der Stadt. Damit LKWs mit ihren Ladungen nicht über die Grenze gehen müssen, werden sie vor dieser entladen und dreirädrigen Fahrrädern mit Ladefläche über die Grenze gekarrt. Da die Fahrer pro Ladung bezahlt werden, rasen sie mit den Geräten richtig schnell und können meist nicht bremsen. Und mitten in dem Gewusel sind wir beiden. Hier hatten wir es lediglich mit einem Bezirkspolizisten zu tun, der was für sich abzwacken wollte, aber als wir darauf bestanden alles mit Beleg und in Soles abzuwickeln, ließ er schnell von seiner Idee ab.
Erst gestern habe ich auf der Homepage anderer Reisender eine viel schlimmere Geschichte gelesen, dass wirklich JEDER Grenzbeamte die Hand aufgehalten hätte und zwar ohne Umschweife, aber die beiden haben sich sehr tapfer geschlagen und haben nichts bezahlt. Ich bin jedenfalls froh, dass wir eine solche Situation noch nicht hatten. *Daumendrück*, dass das so weitergeht!!
So und nun zum Schönen: Auch wenn wir es sehr genossen haben in Argentinien und Chile durch wunderbare und wunderschöne Landschaften zu fahren, so sind wir sehr gespannt auf das was jetzt kommt, denn jetzt bewegen wir auf den Spuren der alten Kulturen. Mir als ehemaliger Altamerikanistin geht das Herz auf, wenn ich an die teilweise kolossalen Bauten und Figuren mit ihrem filigranen Schmuck denke und auch Claus hat sich schon vor Jahren von meiner Leidenschaft anstecken lassen. Nun sind wir also endlich da, im Land der Inka, aber auch den wunderbaren Kulturen, die hier vor den Inka geherrscht haben. Angefangen haben wir in Sillustani, wo wir sehr schöne chullpas gesehen haben. Das sind eine Art Türme, die bis zu 12 Meter hoch waren und zunächst den Colla und Tiwanaku und dann den Inka als Begräbnisstätten dienten. Die Körper wurden mitsamt Grabbeigaben in einer künstlichen Höhle begraben um die herum dann ein Turm gebaut wurde. Der winzige Eingang zu der Stätte wurde nach der Beisetzung des Leichnams und der Grabbeigaben geschlossen. Je nachdem aus welcher Zeit die chullpas sind, sind die Außentürme mit Kalk verschönert oder aus riesigen Steinen oder, nach der Bauweise der Inka, aus exakt aneinandergefügten Steinen gebaut.
Von Sillustani aus sind wir ziemlich direkt nach Arequipa gefahren und uns hier bei einer netten Dame für relativ wenig Geld eingenistet. Wir schauten uns die Stadt an, besuchten das Kloster Santa Catalina mit abgefahrener Geschichte: eine Reiche Witwe hatte es 1580 gegründet. Damals war es in Peru so Gang und Gebe, dass das jeweils zweite Kind einer reichen spanischen Familie in den Kirchendienst eintreten musste. So versammelten sich die reichen Töchter in Santa Catalina. Sie bewohnten dort kleine Suiten, hatten Sklaven und Diener und feierten wohl schöne Parties dort, bis die gute Frau verstarb und von einer Spielverderberin ersetzte, die dem schönen Leben radikal ein Ende setzte. Ich habe in meinem Leben noch nie ein so ausgestattetes Kloster gesehen. Jaja, Nonne im 16Jh sollte man sein;)
Aber wir haben uns hier nicht nur vergnügt, wir haben etwas getan, das wir seit Anbeginn der Reise nicht getan haben: Wir haben begonnen unsere Reise zu planen...naja, ihr wenigstens einen groben Rahmen zu geben. Da wir demnächst in Länder einreisen werden, in denen die Regenzeit anfängt und auch unsere Reisezeit sich langsam dem Ende neigt, haben wir nen groben Plan für Peru erstellt und uns einige Gedanken zu Ecuador gemacht. Leider fühlt es sich nicht sehr gut an ab jetzt nach einer Art Stundenplan zu reisen, wir werden ja sehen, wie lange wir uns an den Plan halten werden ;).
Ach so, und wir werden... naja, wie soll man sagen... aus moralischen Gründen Machu Picchu auslassen. Wir können es einfach nicht vertreten, wie de Stätte ausgebeutet wird. In der Hauptsaison wird sie von bis zu 4500 Besuchern PRO TAG!!!!! niedergetrampelt, durchschnittlich gehen 2500 Menschen dort durch. Die UNESCO verlangt seit Jahren, dass die Besucherzahl auf 800 am Tag höchstens reduziert wird, aber die Regierung will die Geldkuh Machu Picchu so lange melken, wie sie Milch gibt. Es gibt bereits schon Pläne wie man noch schneller noch mehr Touristen dahin bringt, in 3 Schichten!!!! Könnt ihr Euch so viele Touristen Fotos-knipsend, Schokoriegel-essend und Müll-auf-den-Boden-werfend im Petersdom vorstellen? Wir auch nicht, obwohl wir nicht sehr katholisch sind. Auch wenn die Stätte wirklich atemberaubend sein muss und auch in einer atemberaubenden Umgebung gelegen ist, wie kann man das denn genießen, wenn man von hunderten von Menschen umgeben ist.
Aber Peru ist mehr als Machu Picchu und wir haben uns ein paar Stätten herausgesucht, die aufwändiger zu besuchen sind aber nicht unmöglich..
Dienstag, 30. August 2011
Montag, 29. August 2011
Bye Bye Bolivia
Wir sind jetzt seit vier Tagen in Peru aber wir wollen noch einen kurzen Nachtrag zu Bolivien machen:
Nach der Durchquerung der Salar de Uyuni sind wir Richtung Norden durch die Städte Potosi, Sucre, Aiquile und vorbei an der archäologischen Stätte von Samaipata bis nach Santa Cruz getrudelt. In Potosi machten wir die ersten Bekanntschaften mit dem chaotischen Fahrverhalten der Autofahrer und lernten schnell, dass die Hupe, das wichtigste Teil eines Autos ist, wohingegen die Bremse als
Allerletztes zur Anwendung kommt. In den folgenden Tagen verbrachten wir viele Stunden im Auto und dies zog sich durch unsere gesamte Bolivien Reise. Erst am Titicacasee, wo wir zwei Tage Pause machten und dann kurze Zeit später in La Paz, wo wir eine Woche überbrücken mussten, da mal wieder etwas an der Kamera defekt war, haben wir uns mehr Ruhe gegönnt.
Wir haben auf dem Weg nach Santa Cruz das Altiplano verlassen, konnten bei einer Routinekontrolle der Drogenpolizei gleich ein Schwätzchen machen und in die staunenden Gesichter blicken als wir erzählten, dass wir in diesem (Chaos-)Auto schlafen. Da wir durch unzählige fruchtbare Flusstäler kamen, konnten wir uns in jedem Dorf mit frischem Gemüse eindecken was unseren Speiseplan sehr erweitert hat. Bei einem Abstecher in den Wald haben wir zwei ältere Herren als Anhalter mit genommen, die seit 20 Jahren nicht mehr in ihrem Heimatdorf waren. Am gleichen Abend trafen wir einen Obstbauern, der uns, nachdem er uns 15 Orangen geschenk hatte, erzählte, wie er als Kind Che Guevara bei seinen Eltern auf dem Bauernhof zu Besuch hatte. Er berichtete stolz das Che zwei Pistolen, eine Machete und zwei Uhren trug und ihnen einen Liter Milch abkaufte bevor er seine Wanderung nach Samaipata fortsetzte.
Nach einem kurzen Aufenthalt in Santa Cruz sind über Concepcion weiter nach Trinidad durch das Flachland Boliviens gefahren. Nach dem wir kurz nach Santa Cruz für eine Brückenmaut unglaubliche 70 Bolivianos zahlen sollten (runter gehandelt auf 20, was immer noch zu viel war), mussten wir nach Trinidad mit unserem letzten Bargeld eine abenteuerliche Flussüberquerung per Floss bezahlen. Wir wurden auf Holzflößen übergesetzt, die von kleinen Motor-betriebenen Bötchen und fanden das schon nicht ganz ungefährlich. Aber als wir sahen, dass dort auch 40ton Bagger und LKW's über den Fluss
gebracht wurden, war es uns wieder wohler. Im weiteren Verlauf konnten wir am Straßenrand Alligatoren, Wasserschweine und viele verschiedene Vögel beobachten und fotografieren. Nach Trinidad waren die Straßen nicht mehr geteert und ab Yucumo wo wir ins hügelige und bewaldete Bergland eintauchten wurden die Straßen noch schlechter. Es gab mehrere Tage hintereinander an denen wir nicht viel mehr als 100km schafften, obwohl wir 5-6 Stunden fuhren. Zu den schlechten Straßenverhältnissen kam noch das für uns bis jetzt recht unbekannte Problem hinzu, dass wir keine geeigneten Schlafplätze fanden. Es gab so gut wie keine Stichstraßen und freie Flächen auf die wir uns hätten hinstellen können. Oft haben wir uns an Flussläufe gestellt an denen Kies für dem Straßenbau abgetragen wurde. Die Bauarbeiter waren durchweg sehr freundlich und begannen immer einen netten Plausch.
Ab Caranavi entschlossen wir nicht direkt nach La Paz zu fahren und nahmen den Umweg über Maipiri und weiter nach Sorata. Ab Maipiri haben wir uns in einer zweitägigen Abenteuerfahrt entlang des Rio Maipiri und des Rio Consata nach Sorata durchgearbeitet. Teilweise war die Straße nur so breit, dass unser Dicker gerade durch passte. Wir mussten beide unsere Nasen aus dem Fenster halten um auf der einen Seite so nah wie möglich am Berghang zu fahren und auf der anderen Seite zu signalisieren wieviel Platz noch bis zum Abgrund ist (und das alles nach unserem Unfall, ihr könnt euch vorstellen wie schnell unsere Herzen schlugen). Erst waren wir nur ca. 50m über dem Fluss. Im weiteren Verlauf schraubten wir uns dann hoch auf 150-200m. Die einspurige Straße führte an vielen Goldminen und kleinen Dörfern vorbei. Nach einer spannenden Serpentinenauffahrt von ca. 1000 Höhenmetern hatten wir eine tolle Aussicht über die Flusstäler. In Sorata (2700m) übernachteten wir bei Stefan, der ein kleines Café betreibt und als Schweizer Bäcker eigenes Brot und Brötchen verkauft. Nach den Unruhen in Bolivien 2002/03 unterstützt er durch ehrenamtliche Arbeit die Kinder von Sorata. Wer mehr erfahren möchte: http://help4sorata.ch.
Die letzten 2000 Höhenmeter ab Sorata absolvierten wir in ca. 40km um wieder auf dem Altiplano auf 3850m an zu kommen. Unserem Dicken gefällt die Höhe gar nicht, er kommt zwar immer noch gut voran aber dafür qualmt er wie eine Dampflok. Angekommen am Titicacasee entspannten wir uns erst einmal. Sahen den Fischern zu und befreiten unseren Dicken von der Staubschicht, die sich in den letzten zwei Wochen angesammelt hatte. Wir wuschen ein letztes Mal unsere Fahrräder im See und verschenkten sie drei Tage später in La Paz an ein Kinderheim. Nach einem 2 stündigen Zickzack-Krus wegen Straßenblockaden durch die Vororte von La Paz, verbrachten wir die erste Nacht bei Ernesto Hug, in der wahrscheinlich saubersten und aufgeräumtesten Werkstatt Südamerikas (nochmal vielen Dank dafür). Die nächsten
beiden Nächte standen wir auf dem nicht so schönen Parkplatz des Hotels Oberland, wo wir die ersten längeren Kontakte mit Panamericana-Reisenden machten. Wir tauschten Karten gegen Reiseführer und bekamen und gaben den ein oder anderen Tipp. Und endlich konnten wir nach Ewigkeiten wieder mit unseren Familien skypen. Nach einem Abstecher zur archäologischen Stätte von Tiwanaco nutzen wir die letzten 3 Tage in La Paz zum Klettern. Wir trafen Willy, Scotty (Hund) und Georgy (Katze) und verbrachten sehr nette Nachmittage und Abende in Willy's 1968er Mercedes Benz LKW mit Hund und Katze. Und dann führte uns der Weg weiter nach Peru.
Nach der Durchquerung der Salar de Uyuni sind wir Richtung Norden durch die Städte Potosi, Sucre, Aiquile und vorbei an der archäologischen Stätte von Samaipata bis nach Santa Cruz getrudelt. In Potosi machten wir die ersten Bekanntschaften mit dem chaotischen Fahrverhalten der Autofahrer und lernten schnell, dass die Hupe, das wichtigste Teil eines Autos ist, wohingegen die Bremse als
Allerletztes zur Anwendung kommt. In den folgenden Tagen verbrachten wir viele Stunden im Auto und dies zog sich durch unsere gesamte Bolivien Reise. Erst am Titicacasee, wo wir zwei Tage Pause machten und dann kurze Zeit später in La Paz, wo wir eine Woche überbrücken mussten, da mal wieder etwas an der Kamera defekt war, haben wir uns mehr Ruhe gegönnt.
Wir haben auf dem Weg nach Santa Cruz das Altiplano verlassen, konnten bei einer Routinekontrolle der Drogenpolizei gleich ein Schwätzchen machen und in die staunenden Gesichter blicken als wir erzählten, dass wir in diesem (Chaos-)Auto schlafen. Da wir durch unzählige fruchtbare Flusstäler kamen, konnten wir uns in jedem Dorf mit frischem Gemüse eindecken was unseren Speiseplan sehr erweitert hat. Bei einem Abstecher in den Wald haben wir zwei ältere Herren als Anhalter mit genommen, die seit 20 Jahren nicht mehr in ihrem Heimatdorf waren. Am gleichen Abend trafen wir einen Obstbauern, der uns, nachdem er uns 15 Orangen geschenk hatte, erzählte, wie er als Kind Che Guevara bei seinen Eltern auf dem Bauernhof zu Besuch hatte. Er berichtete stolz das Che zwei Pistolen, eine Machete und zwei Uhren trug und ihnen einen Liter Milch abkaufte bevor er seine Wanderung nach Samaipata fortsetzte.
Nach einem kurzen Aufenthalt in Santa Cruz sind über Concepcion weiter nach Trinidad durch das Flachland Boliviens gefahren. Nach dem wir kurz nach Santa Cruz für eine Brückenmaut unglaubliche 70 Bolivianos zahlen sollten (runter gehandelt auf 20, was immer noch zu viel war), mussten wir nach Trinidad mit unserem letzten Bargeld eine abenteuerliche Flussüberquerung per Floss bezahlen. Wir wurden auf Holzflößen übergesetzt, die von kleinen Motor-betriebenen Bötchen und fanden das schon nicht ganz ungefährlich. Aber als wir sahen, dass dort auch 40ton Bagger und LKW's über den Fluss
gebracht wurden, war es uns wieder wohler. Im weiteren Verlauf konnten wir am Straßenrand Alligatoren, Wasserschweine und viele verschiedene Vögel beobachten und fotografieren. Nach Trinidad waren die Straßen nicht mehr geteert und ab Yucumo wo wir ins hügelige und bewaldete Bergland eintauchten wurden die Straßen noch schlechter. Es gab mehrere Tage hintereinander an denen wir nicht viel mehr als 100km schafften, obwohl wir 5-6 Stunden fuhren. Zu den schlechten Straßenverhältnissen kam noch das für uns bis jetzt recht unbekannte Problem hinzu, dass wir keine geeigneten Schlafplätze fanden. Es gab so gut wie keine Stichstraßen und freie Flächen auf die wir uns hätten hinstellen können. Oft haben wir uns an Flussläufe gestellt an denen Kies für dem Straßenbau abgetragen wurde. Die Bauarbeiter waren durchweg sehr freundlich und begannen immer einen netten Plausch.
Ab Caranavi entschlossen wir nicht direkt nach La Paz zu fahren und nahmen den Umweg über Maipiri und weiter nach Sorata. Ab Maipiri haben wir uns in einer zweitägigen Abenteuerfahrt entlang des Rio Maipiri und des Rio Consata nach Sorata durchgearbeitet. Teilweise war die Straße nur so breit, dass unser Dicker gerade durch passte. Wir mussten beide unsere Nasen aus dem Fenster halten um auf der einen Seite so nah wie möglich am Berghang zu fahren und auf der anderen Seite zu signalisieren wieviel Platz noch bis zum Abgrund ist (und das alles nach unserem Unfall, ihr könnt euch vorstellen wie schnell unsere Herzen schlugen). Erst waren wir nur ca. 50m über dem Fluss. Im weiteren Verlauf schraubten wir uns dann hoch auf 150-200m. Die einspurige Straße führte an vielen Goldminen und kleinen Dörfern vorbei. Nach einer spannenden Serpentinenauffahrt von ca. 1000 Höhenmetern hatten wir eine tolle Aussicht über die Flusstäler. In Sorata (2700m) übernachteten wir bei Stefan, der ein kleines Café betreibt und als Schweizer Bäcker eigenes Brot und Brötchen verkauft. Nach den Unruhen in Bolivien 2002/03 unterstützt er durch ehrenamtliche Arbeit die Kinder von Sorata. Wer mehr erfahren möchte: http://help4sorata.ch.
Die letzten 2000 Höhenmeter ab Sorata absolvierten wir in ca. 40km um wieder auf dem Altiplano auf 3850m an zu kommen. Unserem Dicken gefällt die Höhe gar nicht, er kommt zwar immer noch gut voran aber dafür qualmt er wie eine Dampflok. Angekommen am Titicacasee entspannten wir uns erst einmal. Sahen den Fischern zu und befreiten unseren Dicken von der Staubschicht, die sich in den letzten zwei Wochen angesammelt hatte. Wir wuschen ein letztes Mal unsere Fahrräder im See und verschenkten sie drei Tage später in La Paz an ein Kinderheim. Nach einem 2 stündigen Zickzack-Krus wegen Straßenblockaden durch die Vororte von La Paz, verbrachten wir die erste Nacht bei Ernesto Hug, in der wahrscheinlich saubersten und aufgeräumtesten Werkstatt Südamerikas (nochmal vielen Dank dafür). Die nächsten
Montag, 1. August 2011
Cruzar la Salar de Uyuni
Am zweiten Tag in Boliven stehen wir am Abend am Ufer der Salar de Uyuni. Wir haben einige Leute gefragt wie wir den auf sie kommen und ob es eine Spur gibt der wir folgen können um den See zu durchqueren. Meistens war die Antwort „ Klar kein Problem. Ist etwas Wasser drauf aber immer gerade aus.“ Irgendwie gaben uns diese Antworten nie ein zufriedenstellendes Gefühl, denn wir konnten uns nicht vorstellen einfach über die Uferbegrenzung zufahren und ab gehts. Jetzt stehen wir am Ufer und haben die erste Runde durchs Wasser hinter uns und sind total verunsichert. Denn nahe am Ufer sind wir eben bei unserem ersten Versuch ziemlich eingesunken und das war nicht so prickelnd. Und dann plötzlich: „Agnes schau, ich glaub ich spinn'.“ Ein gelber Geländewagen und dann noch ein LKW, die etwa 500m vor uns auf der Wasser bedeckten Salzkruste fahren. „Ok, wenn die das können machen wir das auch“ aber erst morgen, denn es ist schon nach 17Uhr.
Wir schlafen unruhig und frieren, da der Salzsee eine enorme Kälte ausstrahlt. Am nächsten morgen sind wir etwas nervös aber die Aussicht auf die spiegelglatte Wasseroberfläche lenkt uns erst mal ab. Dann kommen die Fahrzeuge von gestern wieder über denn See und jetzt gibt es kein zurück. Agnes ist dran mit fahren und mit vereinten Kräften bewegen wir uns im kleinen Gang die ersten Meter auf der Salzkruste und arbeiten uns bei einem Wasserstand von 30cm zu ungefähr der Stelle vor, wo wir die anderen Fahrzeuge gesehen haben. Es ist unglaublich. Alles, der Himmel und die Umgebung spiegelt sich im Wasser und die Tiefe der Sicht verliert sich im Raum. Wir fahren einer weißen Wand entgegen und können uns nur an den vereinzelten Inseln, die wie kleine Berge am Horizont erkennbar sind und an unserem GPS orientieren. Nach ca. 15km entscheiden wir uns nicht von Norden nach Süden zu fahren, sondern diagonal direkt nach Uyuni. Der ausgerechnete GPS Punkt sagt 49km. Keiner von uns bemerkt das es eigentlich viel mehr sein müssen. Wir sind so begeistert und berauscht von diesem Abenteuer und den Eindrücken, dass wir einfach weiter fahren im glauben, dass wir in 3h bei ca. 15km/h am Ziel sind. Wir fahren absichtlich langsam um den Wagen nicht
oben bis unten mit einer Salzschicht bedeckt, die wie Schnee scheint. Wir hoffen am nächsten morgen in Uyuni das Auto gründlich waschen lassen zu können, denn der Gedanke an Salz und das viele Aluminium und die anderen Teile die dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden lassen mich diese Nacht nicht entspannt schlafen obwohl eines der verrücktesten Dinge auf dieser Reise erlebt haben. Am nächsten morgen finden wir prompt eine Waschanlage wo unser Auto zum ersten mal auf dieser Reise von allen Seiten gründlich waschen lassen. Danach sieht er fast ein wenig fremd aus ohne seinen schönen Dreck aber wir sind froh, dass das ganze Salz gründlich entfernt worden ist. Nach einem solchen Anfang freuen wir uns auf unsere nächsten Ziele.
Mittwoch, 13. Juli 2011
Besuch der ALMA (Atacama Large Millimeter Array)
Wie erwähnt mussten wir leider unser Kletterparadies auf 3600m verlassen, da eine Invasion von 50 Jugendlichen aus Santiago das kleine Tal überrannte. Eigentlich auch nicht so schlimm, denn nach einer Woche autark in den Bergen waren unsere Vorräte komplett aufgebraucht. Zurück in San Pedro de Atacama konnten wir recht zügig diese auffüllen und mussten jetzt nur noch im Internet den Wetterbericht für die kommende Woche erfragen. Der Plan war nämlich, am Montag morgen zurück zufahren und weiter zu klettern. Leider waren die Aussichten für die kommenden zwei Woche mehr als schlecht und es stellte sich bald Ernüchterung ein. Aber wie so oft kommt von irgendwo her eine Alternative.
Es hält ein gelber Defender neben uns. Kennzeichen aus Deutschland. Wir lernen Eugen kennen, halten Smalltalk, quatschen übers Auto, wo wir waren, was wir vorhatten, was jetzt nicht geht, ach und „ ja cool wäre eigentlich wenn man die ALMA besuchen könnte“(ich).“ Ach klar, das geht bestimmt“,meint Eugen, „der US amerikanische Teil des Großprojektes hat einen technischen Projektleiter aus Deutschland den ich kenne.“ Ein Auto hupt, Eugen grüßt und meint, „schaut, das war Lutz“. Eugen bietet sich an Lutz zu fragen ob er einen Besuch abklären kann und wir würden uns dann später wieder treffen. Das Treffen klappt leider nicht an diesem Abend und auch die Verabredung, dass wir uns am Schlafplatz am Fluss treffen, da Eugen auch in seinem Auto wohnt und dort schläft, kommt auch nicht zustande, weil wir rechts statt links abbiegen und ganz wo anders raus kommen als geplant. Aber am nächsten Vormittag treffen wir uns wieder zufällig in der Stadt und da Sonntag ist und Eugen gerade für einen Deutschen arbeitet der ein Haus baut, lädt er uns zum Mittagessen auf die Baustelle ein, wo wir auch Lutz und seine Frau Elli treffen würden. Klar gerne. Bier hatten wir noch im Kühlschrank und außerdem war Sonntag.
Wir verbrachten einen gemütlichen Tag, bei gutem Essen und anschließendem Bierchen auf der Baustelle. Da es dann doch ein paar Bier mehr waren als gedacht, schliefen wir im Auto auf dem Grundstück. Am nächsten Tag waren wir zum Abendbrot bei Elli und Lutz eingeladen wo wir auch Chloe ihre zweijährige Tochter kennenlernten. Und das tollste war: „morgen Dienstag um 8:30 fahren wir zusammen hoch zur ALMA und ich zeige euch alles“, meint Lutz. „Eh, klar, wir sind da.“
Und dann fuhren wir hoch und es war einfach toll. Die ALMA ist ein Gemeinschaftsprojekt der USA, Europa und Japan. Ziel des Projektes ist es, durch Messung von Millimeter- und Submillimeterwellen im Bereich von z.B. Gasnebeln im All mehr über die Entstehung des Universums und dessen Zusammensetzung zu erfahren. Man hofft einen Blick auf die Entstehung von Sternen zu erhaschen und einige bis jetzt noch unbekannte Elemente zu entdecken. Die USA und Europa bauen je die Hälfte der Großantennen mit 12m Durchmesser, die später zu einer „großen“ Antenne zusammen geschaltet werden können. Der Teil der Japaner umfasst kleinere 7m und einige große 12m Antennen, die als Scanner den Himmel absuchen und festlegen wonach sich später die "große Antenne" ausrichten soll. Die Herausforderungen des Lastenheftes waren, dass alle Antennen bei einem breiten
Temperaturbereich und bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen ihre parabolische Form nicht verändern dürfen. Jetzt geht es hier nicht um Millimeter oder Zehntel, die Form der Spiegel muss in einer Toleranz von zwei gedachten, paraboloiden zu einander parallelen Ebenen von unglaublichen 25µm liegen. Gleichzeitig müssen alle 56 Antennen innerhalb weniger Millisekunden synchron ihre Peilung am Himmel ändern, da das Hauptmessverfahren eine Differenzmessung darstellt zu bekannten Fixpunkten im All. Konstruktiv unterscheiden sich die Antennen in ihren Antrieben (Linearantrieb in Europa und Japan; Servomotoren in USA) die Schüsselgrundkörper sind jedoch bei allen Kohlefaser und die Schnittstelle zwischen Gestell und Schüssel wird aus einem INVER-Stahlring hergestellt der keine Wärmeausdehnung besitzt . Vieles der Technik bei beiden Konstruktionen kommt aus Deutschland. Die Konstruktion der US amerikanischen Antenne kommt zu 100% aus einer deutschen Firma des US Konzerns und die Europäische Konstruktion wurde in Italien entworfen.
Der Montageplatz und die Wissenschaftsgebäude befinden sich auf 2900m. Der eigentliche Antennenpark wird jedoch auf dem Chajnantor-Hochplateau in 5200m sein. Zum Transport der Antennen auf das Altiplano und zu Wartungszwecken wieder zurück werden zwei identische Spezialtransporter eingesetzt, die in Deutschland entwickelt und gebaut wurden. Die sieben achsigen, 28fach bereiften Fahrzeuge sind mit viel Elektronik und noch mehr Hydraulik ausgestattet. Die hydraulischen Komponenten des Antriebes kommen zu meiner Freunde aus dem Bosch-Rexroth Standort in Elchingen, an dem ich bis vor 10 Monaten noch gearbeitet habe. Somit auch von hier viele Grüße nach Bayern und Baden-Württemberg.
Für mich als Ingenieur war die Führung seitens Lutz fantastisch. Wir bekamen einen Einblick in die Montage der Antennen, die Herausforderungen, die die Konstruktion und die Anforderungen mit sich brachten. Was man so alles aus Kohlefaser erstellen kann und in welcher Größe und was INVER-Stahl ist und wie man mit der richtigen Entscheidung am Anfang der Montage die Effektivität deutlich zur Konkurrenz steigern kann. Der Montagetrupp unter der Leitung der USA hat nämlich nicht versäumt am Anfang eine Halle zubauen, in der mit Hilfe von Deckenkränen die Montage von Antenne zu Antenne effizienter wurde. Die Baustelle der Europäer ist leider ein prima Beispiel von „viele Köche verderben den Brei“ und Fehlentscheidungen am Projektbeginn. Da war nämlich eine Halle unnötig teuer und jetzt müssen die Arbeiter und Ingenieure bei Wind und Wetter die Montage unter freiem Himmel durchführen. Teilweise nur geschützt durch behelfsmäßig aufgestellte 40Fuss Container, die bei jeder großen Bewegung des Antennenfußes oder der Schüssel wieder versetzt werden müssen.
Nachdem wir uns die Montagehalle und eine Antenne von innen und außen genau anschauen konnten und Lutz uns den gesamten Montageprozess erklärt hatte, hatten wir Glück auf dem Antennenparkplatz der ALMA einen der Spezialtransporter in Aktion zusehen. Den anderen, geparkten, konnten wir dann in Ruhe genauer unter die Lupe nehmen. Bevor die Antennen auf das Hochplateau gebracht werden wird die Endjustierung des Parabolspiegels vorgenommen. Bei der Montage ist man in der Lage durch optisches Scannen eine Genauigkeit von 40µm zu erreichen. Der letzte Schritt wird dann zum Schluss von den ALMA Ingenieuren durchgeführt um die gewünschte Genauigkeit von 25µm zu erreichen.
Das schlechte Wetter während der Besichtigung konnte unseren Wissensdurst nicht mindern und außerdem sind normalerweise die Anden in diesem Teil Chiles nur sehr selten mit Schnee bedeckt und Wolken sind über einer Salzwüste auch eher selten. Zum Abschluss der Tour bekamen wir noch ein warmes Mittagessen bei Elli, vielen Dank noch mal dafür. Leider wurde das Wetter in den kommenden Tagen immer schlechter und wir beschlossen San Pedro zu verlassen und machten uns auf zum Pazifik.
Temperaturbereich und bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen ihre parabolische Form nicht verändern dürfen. Jetzt geht es hier nicht um Millimeter oder Zehntel, die Form der Spiegel muss in einer Toleranz von zwei gedachten, paraboloiden zu einander parallelen Ebenen von unglaublichen 25µm liegen. Gleichzeitig müssen alle 56 Antennen innerhalb weniger Millisekunden synchron ihre Peilung am Himmel ändern, da das Hauptmessverfahren eine Differenzmessung darstellt zu bekannten Fixpunkten im All. Konstruktiv unterscheiden sich die Antennen in ihren Antrieben (Linearantrieb in Europa und Japan; Servomotoren in USA) die Schüsselgrundkörper sind jedoch bei allen Kohlefaser und die Schnittstelle zwischen Gestell und Schüssel wird aus einem INVER-Stahlring hergestellt der keine Wärmeausdehnung besitzt . Vieles der Technik bei beiden Konstruktionen kommt aus Deutschland. Die Konstruktion der US amerikanischen Antenne kommt zu 100% aus einer deutschen Firma des US Konzerns und die Europäische Konstruktion wurde in Italien entworfen.
Für mich als Ingenieur war die Führung seitens Lutz fantastisch. Wir bekamen einen Einblick in die Montage der Antennen, die Herausforderungen, die die Konstruktion und die Anforderungen mit sich brachten. Was man so alles aus Kohlefaser erstellen kann und in welcher Größe und was INVER-Stahl ist und wie man mit der richtigen Entscheidung am Anfang der Montage die Effektivität deutlich zur Konkurrenz steigern kann. Der Montagetrupp unter der Leitung der USA hat nämlich nicht versäumt am Anfang eine Halle zubauen, in der mit Hilfe von Deckenkränen die Montage von Antenne zu Antenne effizienter wurde. Die Baustelle der Europäer ist leider ein prima Beispiel von „viele Köche verderben den Brei“ und Fehlentscheidungen am Projektbeginn. Da war nämlich eine Halle unnötig teuer und jetzt müssen die Arbeiter und Ingenieure bei Wind und Wetter die Montage unter freiem Himmel durchführen. Teilweise nur geschützt durch behelfsmäßig aufgestellte 40Fuss Container, die bei jeder großen Bewegung des Antennenfußes oder der Schüssel wieder versetzt werden müssen.
Nachdem wir uns die Montagehalle und eine Antenne von innen und außen genau anschauen konnten und Lutz uns den gesamten Montageprozess erklärt hatte, hatten wir Glück auf dem Antennenparkplatz der ALMA einen der Spezialtransporter in Aktion zusehen. Den anderen, geparkten, konnten wir dann in Ruhe genauer unter die Lupe nehmen. Bevor die Antennen auf das Hochplateau gebracht werden wird die Endjustierung des Parabolspiegels vorgenommen. Bei der Montage ist man in der Lage durch optisches Scannen eine Genauigkeit von 40µm zu erreichen. Der letzte Schritt wird dann zum Schluss von den ALMA Ingenieuren durchgeführt um die gewünschte Genauigkeit von 25µm zu erreichen.
Das schlechte Wetter während der Besichtigung konnte unseren Wissensdurst nicht mindern und außerdem sind normalerweise die Anden in diesem Teil Chiles nur sehr selten mit Schnee bedeckt und Wolken sind über einer Salzwüste auch eher selten. Zum Abschluss der Tour bekamen wir noch ein warmes Mittagessen bei Elli, vielen Dank noch mal dafür. Leider wurde das Wetter in den kommenden Tagen immer schlechter und wir beschlossen San Pedro zu verlassen und machten uns auf zum Pazifik.
Dienstag, 12. Juli 2011
Ein Monat in 4 Episoden
Episode 1: National Park Calilegua
Nach unserer dreitägigen Fahrt von Iguazu nach Salta machten wir erst einmal in der Stadt Halt und trafen Cynthia, Mattes und Andi von campingbus records auf dem Campingplatz. Diese drei Musikverrückten touren durch Südamerika und nehmen mit dem Equipment in ihrem Bus lokale Folkloremusiker an unterschiedlichen Orten auf. Sie Digitalisieren ihre Aufnahmen und stellen sie ins Netz, damit andere Musiker sie runterladen können und die Musik um eigene Spuren erweitern können um sie dann wieder hochzuladen. Schaut einfach mal rein. Die Seite ist mit sehr viel liebe gemacht und die Idee ist toll.
Episode 2: Quebrada de Humhuaca
Der Rückweg ging über Juyuy nach Salta wo wir unserem Dicken etwas Pflege widmeten und für unseren Kletterausflug auf die chilenische Seite einkaufen wollten. Aber es kam mal wieder etwas anders als gedacht...
Am dritten Tag versuchten wir es also nochmal. Wir fuhren also die verbleibenden 60km bis zu der Grenze. Zwar kamen uns immer noch keine Fahrzeuge entgegen, aber immerhin fuhren ein paar LKWs mit uns in Richtung der Grenze. Dort erfuhren wir was wir uns eigentlich schon gedacht haben: Die Grenze ist immer noch zu. Was eigentlich unvorstellbar war, weil auf argentinischer Seite die ganzen letzten Tage schönster Sonnenschein war, mit ein paar vereinzelten Wolken. Aber nicht mal mit gutem Willen konnte man sich vorstellen wo denn da so viel Schnee liegen sollte. Jedenfalls verbrachten wir diese Nacht mit den Brummis an der Tankstelle.
Am nächsten Mittag (inzwischen Freitag, der 24ste) empfingen uns zwei Beamte an der Grenze, die uns einen Zettel mit der Nummer 20 an der Grenze und erklärten uns, dass um 13 Uhr die Grenze geöffnet würde und wir in Kolonne über den Pass gebracht werden würden. Für Argentinien war das außergewöhnlich gut organisiert! Wir fuhren auch nur mit 45Min. Verspätung los. Und immer noch keine Anzeichen dafür warum dieser Pass nun so lange geschlossen war. Bis auf ein paar vereiste Stellen auf dem Asphalt und ein paar Schneeverwehungen war nichts zu sehen.
Episode 4: Klettern in der Wüste
Okay, so wirklich in der Wüste war es nicht, sondern in den die Wüste umgebenden Bergen, auf 3600Metern Höhe. Und was soll ich sagen: es war Hammer! Am Anfang fühlt man sich zwar als hätte man 50kg zu viel auf den Rippen und keucht nach jedem Meter wie eine Dampflok, aber nach ein paar Tagen gewöhnt man sich dran und es klappt immer besser mit dem Atmen.
Der Fels war wirklich klasse und abwechslungsreich, mit winzig kleinen Löchern, die einem zeigten wie wenig man braucht um sich festzuhalten, aber auch tollen Rissen und bequemen, großen Griffen. Leider reichte unser Können bei weitem nicht dafür aus die vielen Routen zu klettern, aber die wenigen die wir schafften, hatten es in sich und machten uns ein gutes Gefühl.
Was das Klettern noch verschönerte war, dass wir in einer Schlucht kletterten, einem tiefen, trockenen Flusstal. Dort unten war es warm, windstill und voller Murmelmänner (Anden-Chinchillas), die uns verwundert zuschauten, Unmengen von Vögeln, kleinen Echsen und den verrücktesten Felsformen, die man sich so vorstellen kann. Das war echt toll.
Was nicht so toll war, waren die Temperaturen: Sobald die Sonne unterging, fielen sie schlagartig deutlich unter Null, dabei blies ein recht frischer Wind. Es war nicht einmal daran zu denken nach Sonnenuntergang draußen zu sein, was echt wehtat, denn der Sternenhimmel da oben ist der Wahnsinn! Zum Glück hat unser Dicker große, wenn auch nicht immer saubere Fenster, so dass wir wenigsten ein wenig auf die Sterne schielen konnten.
Leider verscheuchte uns nach fast einer Woche eine Gruppe von 50(!!!) Leuten, die sich in unsere Schlucht ergoß...50 Leute, verteilt auf 54 Routen, von denen höchstens ein viertel von Normalsterblichen beklettert werden konnte...Wir beschlossen unsere Stellung aufzugeben und mal zu schauen was San Pedro sonst noch so zu bieten hat. Und so trafen wir Eugen, Elli, Lutz und Chloe und die ALMA ;)
Donnerstag, 2. Juni 2011
Mendoza – Iguazu – Salta
Die letzten 8 Tage unserer Reise waren gekennzeichnet vom Autofahren auf geraden, mit dem Lineal gezogenen Straßen, entlang von nicht endenden Soja-, Reis und Baumwollfeldern, quer durch den Nordosten Argentiniens. Einige Abwechslung brachten uns die Nebenstraßen in der Region Misiones, die sich durch eine leicht hügelige Landschaft schlängelten und sich als überraschend gut ausgebaut herausstellten. Die Landschaft war geprägt durch die für den Anbau des Nationalgetränkes Mate benötigten Pflanzen und riesiger Fichtenwälder, die im Trocknungsprozess der Herstellung verbrannt werden. Die Matepflanze ist ein Strauchgewächs, die teilweise maschinell aber überwiegend noch mit der Hand geerntet wird. Jedoch wird anders als bei der Teegewinnung in Indien, ganze mittelgroße Äste mit samt Blättern gepflückt. Die Ernte wird in großen Trommeln über Holzfeuern getrocknet und dann in Säcken in riesigen Lagerhäusern 3 Monate
endgetrocknet. Wir haben durch Zufall einen Nachfahren der Familie Szychowski kennen gelernt, denen AMANDA gehört, eine der größten und wichtigsten Mate-Firmen Argentiniens. Herr Szychowski hat uns zum Grillen eingeladen nachdem wir ungefragt am Rande einer seiner Reisfelder unser Nachtlager aufgeschlagen hatten. Der Vater der gebürtig polnischen Familie hat in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhundert durch den Eigenbau einer Präzisionsdrehbank die Mechanisierung in der Mate- und der Argrarverarbeitung (Mais, Reis) erheblich beeinflusst. Ihm wurde ein mit viel Liebe zum Detail eingerichtetes Museum in der Nähe der Stadt Apostoles gewidmet wo wir noch die original Drehbank und seine ersten Packmaschinen und Reis- bzw. Maismühlen bewundern konnten.
Das Ziel unsere Hatz quer durch Argentinien waren die Wasserfälle von Iguazu. Wir hatten uns am Anfang der Reise entschieden nicht erst in den Norden zufahren um sie uns anzuschauen, wollten aber dieses Naturschauspiel nicht ungesehen hinter uns lassen. So sind wir dann ab Mendoza mit kleinem Zwischenstopp in Cordoba auch ziemlich direkt dorthin gefahren. Zu unserer Zufriedenheit hat sich der Umweg mehr als gelohnt, denn die Wasserfälle sind atemberaubend und einmalig schön. Wir hoffen die Bilder geben ein bisschen von der Schönheit dieses Ortes wieder.
Jedoch hat alles zwei Seiten und diese Dualität spiegelt sich in einem perfekt angelegten Park um die Wasserfälle, der zu Hochsaison mehrere tausend Besucher am Tag über in die Natur gebaute Eisenstege, schleust. Ständige Hubschrauberüberflüge und Bootstouren stöhren leider diesen Naturerlebnis. Bei aller Schönheit dieses Ortes bleibt doch der bittere Nachgeschmack des Massentourismus zurück und wir waren froh als wir wieder außerhalb der „organisierten Welt“ waren.
Nach weiteren 3 Tagen im Landy sind wir jetzt in Salta und planen die nächsten Ziele. Wir wollen hier noch einige Nationalparks besuchen und dann später über die Atacama und einem Abstecher nach Boliven über Nordchile nach Peru weiter reisen. Aktuell wissen wir nur noch nicht in welcher Reihenfolge wir welche Ziele besuchen wollen aber wir werden euch auf dem Laufenden halten.
Vor unserem Zickzackkurs quer durch den Nordosten haben wir uns um Mendoza seit langer Zeit wieder mit dem Klettern beschäftigen können. Nach anfänglichen Schwierigkeiten in der Routenfindung im Fels, da unsere Kletterfähigkeiten stark eingeschlafen waren, konnten wir nach einigen Tagen schon wieder deutliche Fortschritte erkennen, so dass zum Schluss ein Level 6a+ und 6b bei uns zu verzeichnen war. Die größte Herausforderung für uns war die Mentalität der Routenbauer bei der Anbringung der Sicherungspunkte. Die anfänglichen Hakenabstände von 2m wurden mit zunehmenden Schwierigkeitsgrad immer größer und gipfelten in Cordoba, wo wir eine kleine Granitklettereinlage eingelegt haben, in Abständen von 4-5m. Wir haben einige toll aussehende Routen einfach nicht klettern wollen, da der erste Sicherungspunkt ca. 8m über dem Boden war und eine 30m Route starke 5 Haken insgesamt versprach. Naja, man kann uns feige nennen aber der Nervenkitzel hat auch seine Grenzen ;).
Also genießt die Fotos und vielleicht lässt der Ein oder Andere noch einen Gruß in den Kommentaren zurück worüber wir uns immer sehr freuen.
Und einen Gruß noch an die Ulmer Kletterfreunde, viel Spaß im Blautal und wo es euch sonst noch hin treibt.
Gruß Claus und Agnes
Das Ziel unsere Hatz quer durch Argentinien waren die Wasserfälle von Iguazu. Wir hatten uns am Anfang der Reise entschieden nicht erst in den Norden zufahren um sie uns anzuschauen, wollten aber dieses Naturschauspiel nicht ungesehen hinter uns lassen. So sind wir dann ab Mendoza mit kleinem Zwischenstopp in Cordoba auch ziemlich direkt dorthin gefahren. Zu unserer Zufriedenheit hat sich der Umweg mehr als gelohnt, denn die Wasserfälle sind atemberaubend und einmalig schön. Wir hoffen die Bilder geben ein bisschen von der Schönheit dieses Ortes wieder.
Jedoch hat alles zwei Seiten und diese Dualität spiegelt sich in einem perfekt angelegten Park um die Wasserfälle, der zu Hochsaison mehrere tausend Besucher am Tag über in die Natur gebaute Eisenstege, schleust. Ständige Hubschrauberüberflüge und Bootstouren stöhren leider diesen Naturerlebnis. Bei aller Schönheit dieses Ortes bleibt doch der bittere Nachgeschmack des Massentourismus zurück und wir waren froh als wir wieder außerhalb der „organisierten Welt“ waren.
Nach weiteren 3 Tagen im Landy sind wir jetzt in Salta und planen die nächsten Ziele. Wir wollen hier noch einige Nationalparks besuchen und dann später über die Atacama und einem Abstecher nach Boliven über Nordchile nach Peru weiter reisen. Aktuell wissen wir nur noch nicht in welcher Reihenfolge wir welche Ziele besuchen wollen aber wir werden euch auf dem Laufenden halten.
Vor unserem Zickzackkurs quer durch den Nordosten haben wir uns um Mendoza seit langer Zeit wieder mit dem Klettern beschäftigen können. Nach anfänglichen Schwierigkeiten in der Routenfindung im Fels, da unsere Kletterfähigkeiten stark eingeschlafen waren, konnten wir nach einigen Tagen schon wieder deutliche Fortschritte erkennen, so dass zum Schluss ein Level 6a+ und 6b bei uns zu verzeichnen war. Die größte Herausforderung für uns war die Mentalität der Routenbauer bei der Anbringung der Sicherungspunkte. Die anfänglichen Hakenabstände von 2m wurden mit zunehmenden Schwierigkeitsgrad immer größer und gipfelten in Cordoba, wo wir eine kleine Granitklettereinlage eingelegt haben, in Abständen von 4-5m. Wir haben einige toll aussehende Routen einfach nicht klettern wollen, da der erste Sicherungspunkt ca. 8m über dem Boden war und eine 30m Route starke 5 Haken insgesamt versprach. Naja, man kann uns feige nennen aber der Nervenkitzel hat auch seine Grenzen ;).
Also genießt die Fotos und vielleicht lässt der Ein oder Andere noch einen Gruß in den Kommentaren zurück worüber wir uns immer sehr freuen.
Und einen Gruß noch an die Ulmer Kletterfreunde, viel Spaß im Blautal und wo es euch sonst noch hin treibt.
Gruß Claus und Agnes
Sonntag, 1. Mai 2011
Heyhey, was geht n ab? Packt eure Sachen, wir heben ab. Zur Sonne, zur Freiheit...schön, dass ihr dabei seid... (Teil 2)
Nach der unfreiwilligen Pause in Chos Malal, gings mit dem Ziel Mendoza vor Augen weiter "zur Sonne, zur Freiheit"... Bis Mendoza waren es nun etwa 700 km.
Es ging durch Lavafelder, die mit riesigen Lavabrocken bedeckt waren, so weit das Auge reichte. Durch Zufall entdeckten wir dann auch die "Pasarella": eine Brücke über den Rio Grande, der sich tief in das Lavafeld gefressen hatte. Es war echt schön, welche bizarren Formen das Wasser über die Jahre in den Stein gespült hatte und wie wahnsinnig weich und zart der eigentlich poröse Stein sich anfühlte, an den Stellen, an denen er ausgewaschen war.

Etwa 100km von Mendoza entfernt fing dann das berühmte Weinanbaugebiet an. Riesige LKWs voller Trauben, aber auch welchen mit Äpfeln und Knoblauch (?!) überholten uns und es war ganz klar der Stress der bevorstehenden Großstadt zu spühren. Uns war klar: Bevor wir uns in die Großstadt trauen (1Mio Einwohner), wollen wir erst noch Kräfte tanken. Also bogen wir links ab, nach Manzano Historico. Wir fuhren durch schöne Weinfelder durch und erreichten das Reservat, das am Fuße eines Gebirges anfing. Wir verbrachten die erste Nacht an einem rauschenden Bach auf 2300m Höhe und wollten am nächsten Tag tiefer rein in das Reservat, um von 4000 Metern Höhe (kein Schnee!!!) einen Blick auf die umher liegenden 6000er zu erhaschen.

Als wir am nächsten Tag an einer Polizeistation hielten, an der man zwangsweise vorbei musste, änderte sich schlagartig alles: Die Polizei durchsuchte gerade einen weißen Sprinter, dessen zwei Insassen draußen standen. Ein Blick auf die Aufkleber des Sprinter und die Klamotten der beiden Jungs und es war klar: DAS SIND KLETTERER!!!! Also raus und die Jungs mal angesprochen. Nen Kletterführer hatten sie nicht, aber sie erklärten uns, wo wir welche Schwierigkeitsgrade antreffen. Wir mussten uns kaum absprechen, es war klar: wir gehen Klettern. Das erste Mal seit Ewigkeiten. ENDLICH!!! Also schnell Klamotten gepackt und rauf zum Fuße des geliebten Berges. Vor lauter Vorfreude haben wir dann auch den Fotoapparat vergessen, es gibt also keine Beweisfotos, nur vom Berg aus der Ferne...Und was soll ich sagen: Es war toll wieder Felsen unter den Händen zu spüren. Wir sind zwar beide mehr als außer Übung, aber die Leidenschaft ist wieder geweckt.
Wie wir später erfuhren hieß das Gebiet in dem wir waren "Los Arenales" und ist recht bekannt. Leider machte uns das Wetter am nächsten Tag einen Strich durch die Rechnung und wir beschlossen nun doch erst mal nach Mendoza zu fahren und ein paar Dinge zu erledigen und notfalls danach wieder zukommen.
Jetzt sind wir also in Mendoza. Eigentlich eine ganz schöne Stadt. Und ich muss sagen, wir schlagen uns gar nicht mal so schlecht in dem chaotischen Straßenverkehr, dessen Verkehrsregeln manchmal unklärbare Fragen aufwerfen (z.B.: wann gilt eigentlich rechts vor links?). Morgen, am Montag erfahren wir wann unsere Ersatzteile vielleicht hier sein könnten. Denn wir fahren immer noch mit einem Loch im Dach durch die Gegend und unsere hintere Beifahrertür lässt sich nur von innen öffnen.
Dann wollen wir erst mal los in die Berge und Klettern. Aus einem Klettergeschäft konnten wir uns einen Kletterführer leihen und die Seiten raus kopieren, die die Umgebung von Mendoza beschreiben. Wir könnten hier bestimmt ein paar Tage verbringen ohne uns zu langweilen. Hoffentlich ist uns der Wettergott gnädig.
Wie wir später erfuhren hieß das Gebiet in dem wir waren "Los Arenales" und ist recht bekannt. Leider machte uns das Wetter am nächsten Tag einen Strich durch die Rechnung und wir beschlossen nun doch erst mal nach Mendoza zu fahren und ein paar Dinge zu erledigen und notfalls danach wieder zukommen.
Dann wollen wir erst mal los in die Berge und Klettern. Aus einem Klettergeschäft konnten wir uns einen Kletterführer leihen und die Seiten raus kopieren, die die Umgebung von Mendoza beschreiben. Wir könnten hier bestimmt ein paar Tage verbringen ohne uns zu langweilen. Hoffentlich ist uns der Wettergott gnädig.
Heyhey, was geht n ab? Packt eure Sachen, wir heben ab. Zur Sonne, zur Freiheit...schön, dass ihr dabei seid.. (Teil 1)
Wir waren fleißig in den letzten zwei Wochen...und schnell. Wir haben etwa 1600km hinter uns gebracht und jede Menge erlebt und gesehen.

In der ersten Etappe sind wir von El Bolson, wo wir zwei sehr nette ehemalige Weltreisende besucht haben, über den Nationalpark Nahuel Huape und den Nationalpark Lanin durch die Berge Argentiniens gefahren. Wir fuhren zwar ab und an durch Skigebiete, mit sehr schönen und sauberen aber für unseren Geschmack etwas künstlichen Ortschaften, waren aber doch die meiste Zeit in relativ unberührter Natur unterwegs. Etwas nördlich von Alumine machten wir einen Schlenker auf die Route 11, die uns auf die Höhe von 1000 bis 2000 Metern brachte. Wir sahen den ersten Schnee diesen Jahres aus der Nähe! Das war bisher der verrückteste Tag dieser Reise, was das Wetter angeht:

Nachdem wir also auf der Route 11 in die Nähe von Schnee kamen, ging es danach wieder auf gemächliche 1000 Meter runter und es wurde wärmer, "Pulloverwetter", mit zunehmend starkem Wind. In der Nähe von El Huecu kamen wir in einen Sandsturm, der auch noch Regen versprach. Das erste Mal auf der Reise beschlossen wir auf eine Farm zu fahren und zu fragen ob wir dort übernachten durften, denn wir fanden einfach keinen Platz, der auch nur ein wenig Schutz vor dem Wind bot. Auf der Farm nahm man uns sehr freundlich auf und erlaubte uns unter neugierigen Blicken und im Schutze der unzähligen Bäume unser Lager aufzuschlagen. In der Nacht waren wir auch sehr dankbar dafür, denn die Bäume boten uns Schutz aber wir konnten am Heulen des Windes hören, dass es jetzt kein Spaß war draußen zu sein. Dann fing es auch noch schlimm zu regnen an. Diesmal hielt unser Dicker dichter als beim letzten Regen; wir sind mit der Silikonpistole den Löchern auf der Spur:)
Nachts, vor Sonnenaufgang schauten wir dann mal aus dem Fenster, denn das Wetter hatte sich beruhigt. Tags zuvor noch Pulli-Wetter und jetzt das:
Wir schnallten erst gar nicht was das weiße Zeug da vor unserem Auto sein sollte, so unvorbereitet traf uns der Wetterwechsel...Naja, so schnell kann es gehen...Und ich war dran mit Fahren, was mir zuerst gar nicht behagte, aber ich musste, wie schon einige Male zuvor, feststellen, dass dieses Auto einfach der Wahnsinn ist, wenn es um die Fahrt in schwierigem Gelände geht. Wir rutschten gar nicht, er fraß sich geduldig durch den Schnee und danach durch den Matsch und dann sah er so aus ( und so mögen wir ihn eigentlich am liebsten):
Als wir einige Stunden später in Chos Malal ankamen, dann die nächste frohe Botschaft: wir kommen hier nicht weg!!! Chos Malal liegt auf 800 Metern, dort gab es also keinen Schnee aber sowohl die Route 40 war gesperrt, weil sie auf 2000Metern über einen Pass führte und verschneit war, als auch unsere Alternativroute, die wegen Steinschlags aufgrund des starken Windes nicht befahrbar war. Wir legten also eine zweitägige Pause in Chos Malal ein.
Nachdem wir also auf der Route 11 in die Nähe von Schnee kamen, ging es danach wieder auf gemächliche 1000 Meter runter und es wurde wärmer, "Pulloverwetter", mit zunehmend starkem Wind. In der Nähe von El Huecu kamen wir in einen Sandsturm, der auch noch Regen versprach. Das erste Mal auf der Reise beschlossen wir auf eine Farm zu fahren und zu fragen ob wir dort übernachten durften, denn wir fanden einfach keinen Platz, der auch nur ein wenig Schutz vor dem Wind bot. Auf der Farm nahm man uns sehr freundlich auf und erlaubte uns unter neugierigen Blicken und im Schutze der unzähligen Bäume unser Lager aufzuschlagen. In der Nacht waren wir auch sehr dankbar dafür, denn die Bäume boten uns Schutz aber wir konnten am Heulen des Windes hören, dass es jetzt kein Spaß war draußen zu sein. Dann fing es auch noch schlimm zu regnen an. Diesmal hielt unser Dicker dichter als beim letzten Regen; wir sind mit der Silikonpistole den Löchern auf der Spur:)
Nachts, vor Sonnenaufgang schauten wir dann mal aus dem Fenster, denn das Wetter hatte sich beruhigt. Tags zuvor noch Pulli-Wetter und jetzt das:
Wir schnallten erst gar nicht was das weiße Zeug da vor unserem Auto sein sollte, so unvorbereitet traf uns der Wetterwechsel...Naja, so schnell kann es gehen...Und ich war dran mit Fahren, was mir zuerst gar nicht behagte, aber ich musste, wie schon einige Male zuvor, feststellen, dass dieses Auto einfach der Wahnsinn ist, wenn es um die Fahrt in schwierigem Gelände geht. Wir rutschten gar nicht, er fraß sich geduldig durch den Schnee und danach durch den Matsch und dann sah er so aus ( und so mögen wir ihn eigentlich am liebsten):
Als wir einige Stunden später in Chos Malal ankamen, dann die nächste frohe Botschaft: wir kommen hier nicht weg!!! Chos Malal liegt auf 800 Metern, dort gab es also keinen Schnee aber sowohl die Route 40 war gesperrt, weil sie auf 2000Metern über einen Pass führte und verschneit war, als auch unsere Alternativroute, die wegen Steinschlags aufgrund des starken Windes nicht befahrbar war. Wir legten also eine zweitägige Pause in Chos Malal ein.
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