Mittwoch, 13. Juli 2011

Besuch der ALMA (Atacama Large Millimeter Array)

Wie erwähnt mussten wir leider unser Kletterparadies auf 3600m verlassen, da eine Invasion von 50 Jugendlichen aus Santiago das kleine Tal überrannte. Eigentlich auch nicht so schlimm, denn nach einer Woche autark in den Bergen waren unsere Vorräte komplett aufgebraucht. Zurück in San Pedro de Atacama konnten wir recht zügig diese auffüllen und mussten jetzt nur noch im Internet den Wetterbericht für die kommende Woche erfragen. Der Plan war nämlich, am Montag morgen zurück zufahren und weiter zu klettern. Leider waren die Aussichten für die kommenden zwei Woche mehr als schlecht und es stellte sich bald Ernüchterung ein. Aber wie so oft kommt von irgendwo her eine Alternative.
Es hält ein gelber Defender neben uns. Kennzeichen aus Deutschland. Wir lernen Eugen kennen, halten Smalltalk, quatschen übers Auto, wo wir waren, was wir vorhatten, was jetzt nicht geht, ach und „ ja cool wäre eigentlich wenn man die ALMA besuchen könnte“(ich).“ Ach klar, das geht bestimmt“,meint Eugen, „der US amerikanische Teil des Großprojektes hat einen technischen Projektleiter aus Deutschland den ich kenne.“ Ein Auto hupt, Eugen grüßt und meint, „schaut, das war Lutz“. Eugen bietet sich an Lutz zu fragen ob er einen Besuch abklären kann und wir würden uns dann später wieder treffen. Das Treffen klappt leider nicht an diesem Abend und auch die Verabredung, dass wir uns am Schlafplatz am Fluss treffen, da Eugen auch in seinem Auto wohnt und dort schläft, kommt auch nicht zustande, weil wir rechts statt links abbiegen und ganz wo anders raus kommen als geplant. Aber am nächsten Vormittag treffen wir uns wieder zufällig in der Stadt und da Sonntag ist und Eugen gerade für einen Deutschen arbeitet der ein Haus baut, lädt er uns zum Mittagessen auf die Baustelle ein, wo wir auch Lutz und seine Frau Elli treffen würden. Klar gerne. Bier hatten wir noch im Kühlschrank und außerdem war Sonntag.
Wir verbrachten einen gemütlichen Tag, bei gutem Essen und anschließendem Bierchen auf der Baustelle. Da es dann doch ein paar Bier mehr waren als gedacht, schliefen wir im Auto auf dem Grundstück. Am nächsten Tag waren wir zum Abendbrot bei Elli und Lutz eingeladen wo wir auch Chloe ihre zweijährige Tochter kennenlernten. Und das tollste war: „morgen Dienstag um 8:30 fahren wir zusammen hoch zur ALMA und ich zeige euch alles“, meint Lutz. „Eh, klar, wir sind da.“
Und dann fuhren wir hoch und es war einfach toll. Die ALMA ist ein Gemeinschaftsprojekt der USA, Europa und Japan. Ziel des Projektes ist es, durch Messung von Millimeter- und Submillimeterwellen im Bereich von z.B. Gasnebeln im All mehr über die Entstehung des Universums und dessen Zusammensetzung zu erfahren. Man hofft einen Blick auf die Entstehung von Sternen zu erhaschen und einige bis jetzt noch unbekannte Elemente zu entdecken. Die USA und Europa bauen je die Hälfte der Großantennen mit 12m Durchmesser, die später zu einer „großen“ Antenne zusammen geschaltet werden können. Der Teil der Japaner umfasst kleinere 7m und einige große 12m Antennen, die als Scanner den Himmel absuchen und festlegen wonach sich später die "große Antenne" ausrichten soll. Die Herausforderungen des Lastenheftes waren, dass alle Antennen bei einem breiten
Temperaturbereich und bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen ihre parabolische Form nicht verändern dürfen. Jetzt geht es hier nicht um Millimeter oder Zehntel, die Form der Spiegel muss in einer Toleranz von zwei gedachten, paraboloiden zu einander parallelen Ebenen von unglaublichen 25µm liegen. Gleichzeitig müssen alle 56 Antennen innerhalb weniger Millisekunden synchron ihre Peilung am Himmel ändern, da das Hauptmessverfahren eine Differenzmessung darstellt zu bekannten Fixpunkten im All. Konstruktiv unterscheiden sich die Antennen in ihren Antrieben (Linearantrieb in Europa und Japan; Servomotoren in USA) die Schüsselgrundkörper sind jedoch bei allen Kohlefaser und die Schnittstelle zwischen Gestell und Schüssel wird aus einem INVER-Stahlring hergestellt der keine Wärmeausdehnung besitzt . Vieles der Technik bei beiden Konstruktionen kommt aus Deutschland. Die Konstruktion der US amerikanischen Antenne kommt zu 100% aus einer deutschen Firma des US Konzerns und die Europäische Konstruktion wurde in Italien entworfen. Der Montageplatz und die Wissenschaftsgebäude befinden sich auf 2900m. Der eigentliche Antennenpark wird jedoch auf dem Chajnantor-Hochplateau in 5200m sein. Zum Transport der Antennen auf das Altiplano und zu Wartungszwecken wieder zurück werden zwei identische Spezialtransporter eingesetzt, die in Deutschland entwickelt und gebaut wurden. Die sieben achsigen, 28fach bereiften Fahrzeuge sind mit viel Elektronik und noch mehr Hydraulik ausgestattet. Die hydraulischen Komponenten des Antriebes kommen zu meiner Freunde aus dem Bosch-Rexroth Standort in Elchingen, an dem ich bis vor 10 Monaten noch gearbeitet habe. Somit auch von hier viele Grüße nach Bayern und Baden-Württemberg.
Für mich als Ingenieur war die Führung seitens Lutz fantastisch. Wir bekamen einen Einblick in die Montage der Antennen, die Herausforderungen, die die Konstruktion und die Anforderungen mit sich brachten. Was man so alles aus Kohlefaser erstellen kann und in welcher Größe und was INVER-Stahl ist und wie man mit der richtigen Entscheidung am Anfang der Montage die Effektivität deutlich zur Konkurrenz steigern kann. Der Montagetrupp unter der Leitung der USA hat nämlich nicht versäumt am Anfang eine Halle zubauen, in der mit Hilfe von Deckenkränen die Montage von Antenne zu Antenne effizienter wurde. Die Baustelle der Europäer ist leider ein prima Beispiel von „viele Köche verderben den Brei“ und Fehlentscheidungen am Projektbeginn. Da war nämlich eine Halle unnötig teuer und jetzt müssen die Arbeiter und Ingenieure bei Wind und Wetter die Montage unter freiem Himmel durchführen. Teilweise nur geschützt durch behelfsmäßig aufgestellte 40Fuss Container, die bei jeder großen Bewegung des Antennenfußes oder der Schüssel wieder versetzt werden müssen.
Nachdem wir uns die Montagehalle und eine Antenne von innen und außen genau anschauen konnten und Lutz uns den gesamten Montageprozess erklärt hatte, hatten wir Glück auf dem Antennenparkplatz der ALMA einen der Spezialtransporter in Aktion zusehen. Den anderen, geparkten, konnten wir dann in Ruhe genauer unter die Lupe nehmen. Bevor die Antennen auf das Hochplateau gebracht werden wird die Endjustierung des Parabolspiegels vorgenommen. Bei der Montage ist man in der Lage durch optisches Scannen eine Genauigkeit von 40µm zu erreichen. Der letzte Schritt wird dann zum Schluss von den ALMA Ingenieuren durchgeführt um die gewünschte Genauigkeit von 25µm zu erreichen.
Das schlechte Wetter während der Besichtigung konnte unseren Wissensdurst nicht mindern und außerdem sind normalerweise die Anden in diesem Teil Chiles nur sehr selten mit Schnee bedeckt und Wolken sind über einer Salzwüste auch eher selten. Zum Abschluss der Tour bekamen wir noch ein warmes Mittagessen bei Elli, vielen Dank noch mal dafür. Leider wurde das Wetter in den kommenden Tagen immer schlechter und wir beschlossen San Pedro zu verlassen und machten uns auf zum Pazifik.

Dienstag, 12. Juli 2011

Ein Monat in 4 Episoden

Episode 1: National Park Calilegua
Nach unserer dreitägigen Fahrt von Iguazu nach Salta machten wir erst einmal in der Stadt Halt und trafen Cynthia, Mattes und Andi von campingbus records auf dem Campingplatz. Diese drei Musikverrückten touren durch Südamerika und nehmen mit dem Equipment in ihrem Bus lokale Folkloremusiker an unterschiedlichen Orten auf. Sie Digitalisieren ihre Aufnahmen und stellen sie ins Netz, damit andere Musiker sie runterladen können und die Musik um eigene Spuren erweitern können um sie dann wieder hochzuladen. Schaut einfach mal rein. Die Seite ist mit sehr viel liebe gemacht und die Idee ist toll.

Der Nationalpark erwies sich leider als nicht so wanderfreudig wie wir dachten aber wir genossen die 6 Tage im Grünen, umringt von vielen Vögeln und kleinen Säugetieren. Die ein oder andere Wandertour fiel aber auch dennoch ab und Abenteuer hatten wir auch genug, als wir uns entlang eines Flusses, mal mit nackten Füssen im Schlamm und waghalsigen Sprüngen übers Wasser, unseren Weg suchten. Durch die Idee von Mattes angesteckt, Kartoffelsalat mit selbstgebackenen Tortillas zu machen, hatten wir Spaß am Backen über einem Glutofen und am Teig machen. Wir hatten mal wieder Zeit ausgiebig zu Lesen und schlossen die Woche im Nationalpark mit einem Besuch westlich von Juyuy in den Thermas de Reyes ab, bevor wir uns in die Quebrada de Humahuaca aufmachten.

Episode 2: Quebrada de Humhuaca
Bevor wir Argentinien zum letzten Mal verlassen sollten, wollten wir uns noch auf dem Weg zur bolivasnischnen Grenze die Quebrada de Humhuaca anschauen. Dies ist ein etwa 60km langes Tal, das durch verschiedene Mineralien bunt gefärbt ist. Früher war dieses Tal schon eine wichtige Handelsroute der indigenen Bevölkerung Südamerikas und wurde auch von den Spaniern in Form von Poststationen und einer späteren Eisenbahnlinie bis Potosi übernommen. Heute schlängelt sich eine geteerte Straße entlang der ehemaligen Schienen hinauf zu einer Ebene auf 3500m Höhe und streift dabei kleine Lehmziegel-Dörfer, restaurierte Poststationen und indigene Ruinen. Die noch dort lebende indigene Bevölkerung lebt vom Ackerbau in den Flusstälern; die größeren Ortschaften werden von Unmengen von Touristen überschwemmt.
Da unser Dicker sich sehr langweilte auf der geteerten Straße, veranlasste er uns immer wieder nach rechts oder links auf Stichstraßen auszubrechen. Bei einem dieser Abstecher entdeckten wir bizarre Felsformationen, die wir beschlossen am nächsten Tag zu erobern. Hier machten wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit der Nachtkälte auf über 3500m Höhe. Am nächsten Morgen waren sämtliche Scheiben und unser Trinkwasser mit einer Eisschicht bedeckt. Sobald die Sonne am klaren Himmel aufging, wurden die Temperaturen zu angenehmen 15-20°C. Der Aufstieg auf die Bergkette die eine weite Hochebene begrenzt kostete uns in dieser Höhe die letzten Kräfte. Aber das was wir entdeckten und die Aussichten entschädigten für diese diese Strapazen. Auf einem etwas ausgesetzten Bergrücken entdeckten wir eine Art Beobachtungsposten der aus mind. 10-15 Gebäuden bestand. Einige Mauern der Ruinen waren so kunstvoll und gekonnt ineinander gestapelt, dass sie heute noch sehr deutlich zu erkennen sind. Es muss ein strategisch wichtiger Punkt gewesen sein, denn von dort konnte man die ganze Ebene überblicken. Wir schätzen/hoffen das diese „Festung“ einst von den Inkas angelegt wurde und später von den Argentiniern im Unabhängigkeitskrieg übernommen wurde. Etwas weiter oberhalb fanden wir einen kleinen künstlich angelegten Staudamm, der das Regenwasser in einem steinernen Becken sammelte und so konnte dieWasserversorgung auf knapp 3800m sichergestellt werden. Unterhalb des Bergkamms war die Landschaft von Kakteen und kleinen braunen Bäumen geprägt. Da wir unser Ziel, zwei von der Ebene aus gesehene wunderschöne Felsgebilde, nicht erreichten, beschlossen wir noch einen weiteren Tag in dieser Höhe zu kampieren und die Erkundung am nächsten Tag fortzusetzen. Bei unserem zweiten Ausflug kamen wir bis auf 4200m Höhe und konnten auf die andere Seite der Bergkette die Weite im Norden bestaunen. Dort Oben machten wir auch die erste Bekanntschaft mit dem Anden-Chinchilla, der von uns noch aus großer Entfernung fälschlicherweise als Katze interpretiert wurde.
Der Rückweg ging über Juyuy nach Salta wo wir unserem Dicken etwas Pflege widmeten und für unseren Kletterausflug auf die chilenische Seite einkaufen wollten. Aber es kam mal wieder etwas anders als gedacht... 

Episode 3: Die Überquerung der Anden
Zurück in Salta bauten wir die Ersatzteile in die hintere Beifahrertür ein, die wir in Mendoza von Carlos und Mary geschenkt bekommen haben. Außerdem bekam der Dicke nen leckeren Ölwechsel, mal wieder in einer kleinen Hinterhofwerkstatt...Erinnerungen an Coyhaique wurden wach.
Am Samstag, den 18.06 fuhren wir los, in Richtung Paso Sico. Den Weg über die Ruta 52 haben wir ausgesucht, weil er nicht geteert war und wir uns auf die Wege abseits des normalen Verkehrs freuten. Der Weg war wirklich schön, der Pass schlängelte sich bis auf die Höhe von etwa 4500m. Wir fuhren zwei Tage lang eigentlich auch komplett im strahlendsten Sonnenschein...nur kurz vor der Grenze fing es an ein bisschen zu schneien. Und als wir in das Grenzgebäude eintraten, empfingen uns verdutzte Grenzbeamte: Der Pass war bereits seit drei Tagen geschlossen und würde es voraussichtlich noch drei Tage bleiben, da die chilenische Seite total zu geschneit sei. Da es schon 17 Uhr durch war, übernachteten wir an der Grenze, die Grenzbeamten zeigten uns dafür einen Raum, der mit einer Küche und mit Bad ausgestattet war.
Am nächsten Morgen: Strahlender Sonnenschein, keine Wolke am Himmel. Der Grenzbeamte (der arme Mann sah tierisch verkatert aus) meinte, die Grenze sei immer noch geschlossen. Wir witzelten schon, dass die Jungs und Mädels einfach keine Lust hätten zu arbeiten, schließlich war der Montag ein Feiertag;). Jedenfalls beschlossen wir wieder zurück zu fahren und den Pass Jama zu nehmen, der geteert war, da der Beamte meinte, dieser würde voraussichtlich früher frei sein, dort gäbe es auch Räumfahrzeuge.
Schon als wir auf der Straße unterwegs waren, kam es uns spanisch vor, dass uns kein Auto von der Grenze entgegen kam. Das einzige Auto das kam hielten wir an und erfuhren, dass der Pass auch hier geschlossen sei, voraussichtlich noch 2,5 Tage... Wir verbrachten also die folgenden zwei Tage an einem Salzsee ganz in der Nähe, mit den Hörspielen, die wir vor der Reise von Ines bekommen haben, Essen, Essen, Essen und Hörspielen. Ach ja, und natürlich Scrabble.
Am dritten Tag versuchten wir es also nochmal. Wir fuhren also die verbleibenden 60km bis zu der Grenze. Zwar kamen uns immer noch keine Fahrzeuge entgegen, aber immerhin fuhren ein paar LKWs mit uns in Richtung der Grenze. Dort erfuhren wir was wir uns eigentlich schon gedacht haben: Die Grenze ist immer noch zu. Was eigentlich unvorstellbar war, weil auf argentinischer Seite die ganzen letzten Tage schönster Sonnenschein war, mit ein paar vereinzelten Wolken. Aber nicht mal mit gutem Willen konnte man sich vorstellen wo denn da so viel Schnee liegen sollte. Jedenfalls verbrachten wir diese Nacht mit den Brummis an der Tankstelle.
Am nächsten Mittag (inzwischen Freitag, der 24ste) empfingen uns zwei Beamte an der Grenze, die uns einen Zettel mit der Nummer 20 an der Grenze und erklärten uns, dass um 13 Uhr die Grenze geöffnet würde und wir in Kolonne über den Pass gebracht werden würden. Für Argentinien war das außergewöhnlich gut organisiert! Wir fuhren auch nur mit 45Min. Verspätung los. Und immer noch keine Anzeichen dafür warum dieser Pass nun so lange geschlossen war. Bis auf ein paar vereiste Stellen auf dem Asphalt und ein paar Schneeverwehungen war nichts zu sehen.
Dann aber kamen wir auf die chilenische Seite und es wurde langsam klar, was hier die letzten Tage los gewesen sein muss. Alles war voller Schnee, teilweise fuhren wir an Schneemauern vorbei, die mannshoch waren. Ganze Kurven waren vereist, teilweise fuhren wir mehrere hundert Meter weit über Eis. Witziger weise fuhren in unserer Kolonne zwei Daimler mit, zwei C-Klassen, von denen wir einen Abschleppen mussten,weil er auf der vereisten Strasse mit seinem Heckantrieb nicht von der Stelle kam (an dieser Stelle schönen Gruß an Dich Paps). Die Jungs bedankten sich auch in gebrochenem Deutsch :). Auf der entgegengesetzten Seite reihten sich unzählige LKWs aneinander, die gegen Abend auch nicht mehr weiterfuhren und dort, auf 4700m die Nacht verbringen mussten. Immer wieder sahen wir an den vereisten Kurven in die Gesichter der LKW-Fahrer auf denen nur Angst geschrieben stand. Die Jungs haben dort echt nen richtig harten, lebensgefährlichen Job.
Die Ganze Überfahrt war 160km lang, wir fuhren um kurz vor 14Uhr los und kamen erst gegen 21Uhr in San Pedro de Atacama an. Chilenische Beamte begleiteten uns auf der kompletten Überfahrt und informierten uns immer wieder über die nächsten Gefahren und Schwierigkeiten. Für uns war es also eigentlich ein schönes Abenteuer, wir sahen wunderschöne Naturschauspiele, unser Dicker durfte die dünne Luft auf 4900Metern schnuppern. Es hat sich quasi gelohnt so lange zu warten

Episode 4: Klettern in der Wüste
Okay, so wirklich in der Wüste war es nicht, sondern in den die Wüste umgebenden Bergen, auf 3600Metern Höhe. Und was soll ich sagen: es war Hammer! Am Anfang fühlt man sich zwar als hätte man 50kg zu viel auf den Rippen und keucht nach jedem Meter wie eine Dampflok, aber nach ein paar Tagen gewöhnt man sich dran und es klappt immer besser mit dem Atmen.
Der Fels war wirklich klasse und abwechslungsreich, mit winzig kleinen Löchern, die einem zeigten wie wenig man braucht um sich festzuhalten, aber auch tollen Rissen und bequemen, großen Griffen. Leider reichte unser Können bei weitem nicht dafür aus die vielen Routen zu klettern, aber die wenigen die wir schafften, hatten es in sich und machten uns ein gutes Gefühl.
Was das Klettern noch verschönerte war, dass wir in einer Schlucht kletterten, einem tiefen, trockenen Flusstal. Dort unten war es warm, windstill und voller Murmelmänner (Anden-Chinchillas), die uns verwundert zuschauten, Unmengen von Vögeln, kleinen Echsen und den verrücktesten Felsformen, die man sich so vorstellen kann. Das war echt toll.
Was nicht so toll war, waren die Temperaturen: Sobald die Sonne unterging, fielen sie schlagartig deutlich unter Null, dabei blies ein recht frischer Wind. Es war nicht einmal daran zu denken nach Sonnenuntergang draußen zu sein, was echt wehtat, denn der Sternenhimmel da oben ist der Wahnsinn! Zum Glück hat unser Dicker große, wenn auch nicht immer saubere Fenster, so dass wir wenigsten ein wenig auf die Sterne schielen konnten.
An einem frühen Abend (wir haben uns gerade mit ner leckeren Portion Nudeln mit Gemüse im Landy verkrochen), kam ein Pick-up mit Straßenarbeitern auf unseren Parkplatz. Soweit nichts verwunderliches. Wir kamen recht bald ins Gespräch und die Jungs waren echt nett und witzig. Irgendwann fragte uns einer ob wir Diesel kaufen wollten. Für die Hälfte des Preises, den man sonst in Chile zahlt. Klar wollten wir. Da wir unser Auto aber schon umgebaut hatten, konnten wir nicht zu ihm vorfahren, also kam er mit seinem Pick-up zu uns rüber, auf dem er einen Benzintank hatte MIT TANKANZEIGE!!!! Wir tankten 55Liter, die Jungs freuten sich über das Geld und wir über den guten Preis. Wir machten jede Menge Fotos, denn die fanden uns, die da seit Tagen in der Kälte da oben ausharrten genauso witzig, wie wir sie, die uns da am Ende der Welt unser Auto volltanken:)
Leider verscheuchte uns nach fast einer Woche eine Gruppe von 50(!!!) Leuten, die sich in unsere Schlucht ergoß...50 Leute, verteilt auf 54 Routen, von denen höchstens ein viertel von Normalsterblichen beklettert werden konnte...Wir beschlossen unsere Stellung aufzugeben und mal zu schauen was San Pedro sonst noch so zu bieten hat. Und so trafen wir Eugen, Elli, Lutz und Chloe und die ALMA ;)

Donnerstag, 2. Juni 2011

Mendoza – Iguazu – Salta

Die letzten 8 Tage unserer Reise waren gekennzeichnet vom Autofahren auf geraden, mit dem Lineal gezogenen Straßen, entlang von nicht endenden Soja-, Reis und Baumwollfeldern, quer durch den Nordosten Argentiniens. Einige Abwechslung brachten uns die Nebenstraßen in der Region Misiones, die sich durch eine leicht hügelige Landschaft schlängelten und sich als überraschend gut ausgebaut herausstellten. Die Landschaft war geprägt durch die für den Anbau des Nationalgetränkes Mate benötigten Pflanzen und riesiger Fichtenwälder, die im Trocknungsprozess der Herstellung verbrannt werden. Die Matepflanze ist ein Strauchgewächs, die teilweise maschinell aber überwiegend noch mit der Hand geerntet wird. Jedoch wird anders als bei der Teegewinnung in Indien, ganze mittelgroße Äste mit samt Blättern gepflückt. Die Ernte wird in großen Trommeln über Holzfeuern getrocknet und dann in Säcken in riesigen Lagerhäusern 3 Monate endgetrocknet. Wir haben durch Zufall einen Nachfahren der Familie Szychowski kennen gelernt, denen AMANDA gehört, eine der größten und wichtigsten Mate-Firmen Argentiniens. Herr Szychowski hat uns zum Grillen eingeladen nachdem wir ungefragt am Rande einer seiner Reisfelder unser Nachtlager aufgeschlagen hatten. Der Vater der gebürtig polnischen Familie hat in den dreißiger Jahren des  20. Jahrhundert durch den Eigenbau einer Präzisionsdrehbank die Mechanisierung in der Mate- und der Argrarverarbeitung (Mais, Reis) erheblich beeinflusst. Ihm wurde ein mit viel Liebe zum Detail eingerichtetes Museum in der Nähe der Stadt Apostoles gewidmet wo wir noch die original Drehbank und seine ersten Packmaschinen und Reis- bzw. Maismühlen bewundern konnten.
Das Ziel unsere Hatz quer durch Argentinien waren die Wasserfälle von Iguazu. Wir hatten uns am Anfang der Reise entschieden nicht erst in den Norden zufahren um sie uns anzuschauen, wollten aber dieses Naturschauspiel nicht ungesehen hinter uns lassen. So sind wir dann ab Mendoza mit kleinem Zwischenstopp in Cordoba auch ziemlich direkt dorthin gefahren. Zu unserer Zufriedenheit hat sich der Umweg mehr als gelohnt, denn die Wasserfälle sind atemberaubend und einmalig schön. Wir hoffen die Bilder geben ein bisschen von der Schönheit dieses Ortes wieder. 
Jedoch hat alles zwei Seiten und diese Dualität spiegelt sich in einem  perfekt angelegten Park um die Wasserfälle, der zu Hochsaison mehrere tausend Besucher am Tag über in die Natur gebaute Eisenstege, schleust. Ständige Hubschrauberüberflüge und Bootstouren stöhren leider diesen Naturerlebnis. Bei aller Schönheit dieses Ortes bleibt doch der bittere Nachgeschmack des Massentourismus zurück und wir waren froh als wir wieder außerhalb der „organisierten Welt“ waren.
Nach weiteren 3 Tagen im Landy sind wir jetzt in Salta und planen die nächsten Ziele. Wir wollen hier noch einige Nationalparks besuchen und dann später über die Atacama und einem Abstecher nach Boliven über Nordchile nach Peru weiter reisen. Aktuell wissen wir nur noch nicht in welcher Reihenfolge wir welche Ziele besuchen wollen aber wir werden euch auf dem Laufenden halten.
Vor unserem Zickzackkurs quer durch den Nordosten haben wir uns um Mendoza seit langer Zeit wieder mit dem Klettern beschäftigen können. Nach anfänglichen Schwierigkeiten in der Routenfindung im Fels, da unsere Kletterfähigkeiten stark eingeschlafen waren, konnten wir nach einigen Tagen schon wieder deutliche Fortschritte erkennen, so dass zum Schluss ein Level 6a+ und 6b bei uns zu verzeichnen war. Die größte Herausforderung für uns war die Mentalität der Routenbauer bei der Anbringung der Sicherungspunkte. Die anfänglichen Hakenabstände von 2m wurden mit zunehmenden Schwierigkeitsgrad immer größer und gipfelten in Cordoba, wo wir eine kleine Granitklettereinlage eingelegt haben, in Abständen von 4-5m. Wir haben einige toll aussehende Routen einfach nicht klettern wollen, da der erste Sicherungspunkt ca. 8m über dem Boden war und eine 30m Route starke 5 Haken insgesamt versprach. Naja, man kann uns feige nennen aber der Nervenkitzel hat auch seine Grenzen ;).
Also genießt die Fotos und vielleicht lässt der Ein oder Andere noch einen Gruß in den Kommentaren zurück worüber wir uns immer sehr freuen.
Und einen Gruß noch an die Ulmer Kletterfreunde, viel Spaß im Blautal und wo es euch sonst noch hin treibt.
Gruß Claus und Agnes  

Sonntag, 1. Mai 2011

Heyhey, was geht n ab? Packt eure Sachen, wir heben ab. Zur Sonne, zur Freiheit...schön, dass ihr dabei seid... (Teil 2)

Nach der unfreiwilligen Pause in Chos Malal, gings mit dem Ziel Mendoza vor Augen weiter "zur Sonne, zur Freiheit"... Bis Mendoza waren es nun etwa 700 km.

Es ging durch Lavafelder, die mit riesigen Lavabrocken bedeckt waren, so weit das Auge reichte. Durch Zufall entdeckten wir dann auch die "Pasarella": eine Brücke über den Rio Grande, der sich tief in das Lavafeld gefressen hatte. Es war echt schön, welche bizarren Formen das Wasser über die Jahre in den Stein gespült hatte und wie wahnsinnig weich und zart der eigentlich poröse Stein sich anfühlte, an den Stellen, an denen er ausgewaschen war.


Etwa 100km von Mendoza entfernt fing dann das berühmte Weinanbaugebiet an. Riesige LKWs voller Trauben, aber auch welchen mit Äpfeln und Knoblauch (?!) überholten uns und es war ganz klar der Stress der bevorstehenden Großstadt zu spühren. Uns war klar: Bevor wir uns in die Großstadt trauen (1Mio Einwohner), wollen wir erst noch Kräfte tanken. Also bogen wir links ab, nach Manzano Historico. Wir fuhren durch schöne Weinfelder durch und erreichten das Reservat, das am Fuße eines Gebirges anfing. Wir verbrachten die erste Nacht an einem rauschenden Bach auf 2300m Höhe und wollten am nächsten Tag tiefer rein in das Reservat, um von 4000 Metern Höhe (kein Schnee!!!) einen Blick auf die umher liegenden 6000er zu erhaschen.

Als wir am nächsten Tag an einer Polizeistation hielten, an der man zwangsweise vorbei musste, änderte sich schlagartig alles: Die Polizei durchsuchte gerade einen weißen Sprinter, dessen zwei Insassen draußen standen. Ein Blick auf die Aufkleber des Sprinter und die Klamotten der beiden Jungs und es war klar: DAS SIND KLETTERER!!!! Also raus und die Jungs mal angesprochen. Nen Kletterführer hatten sie nicht, aber sie erklärten uns, wo wir welche Schwierigkeitsgrade antreffen. Wir mussten uns kaum absprechen, es war klar: wir gehen Klettern. Das erste Mal seit Ewigkeiten. ENDLICH!!! Also schnell Klamotten gepackt und rauf zum Fuße des geliebten Berges. Vor lauter Vorfreude haben wir dann auch den Fotoapparat vergessen, es gibt also keine Beweisfotos, nur vom Berg aus der Ferne...Und was soll ich sagen: Es war toll wieder Felsen unter den Händen zu spüren. Wir sind zwar beide mehr als außer Übung, aber die Leidenschaft ist wieder geweckt.
Wie wir später erfuhren hieß das Gebiet in dem wir waren "Los Arenales" und ist recht bekannt. Leider machte uns das Wetter am nächsten Tag einen Strich durch die Rechnung und wir beschlossen nun doch erst mal nach Mendoza zu fahren und ein paar Dinge zu erledigen und notfalls danach wieder zukommen.

Jetzt sind wir also in Mendoza. Eigentlich eine ganz schöne Stadt. Und ich muss sagen, wir schlagen uns gar nicht mal so schlecht in dem chaotischen Straßenverkehr, dessen Verkehrsregeln manchmal unklärbare Fragen aufwerfen (z.B.: wann gilt eigentlich rechts vor links?). Morgen, am Montag erfahren wir wann unsere Ersatzteile vielleicht hier sein könnten. Denn wir fahren immer noch mit einem Loch im Dach durch die Gegend und unsere hintere Beifahrertür lässt sich nur von innen öffnen.
Dann wollen wir erst mal los in die Berge und Klettern. Aus einem Klettergeschäft konnten wir uns einen Kletterführer leihen und die Seiten raus kopieren, die die Umgebung von Mendoza beschreiben. Wir könnten hier bestimmt ein paar Tage verbringen ohne uns zu langweilen. Hoffentlich ist uns der Wettergott gnädig.

Heyhey, was geht n ab? Packt eure Sachen, wir heben ab. Zur Sonne, zur Freiheit...schön, dass ihr dabei seid.. (Teil 1)

Wir waren fleißig in den letzten zwei Wochen...und schnell. Wir haben etwa 1600km hinter uns gebracht und jede Menge erlebt und gesehen.
In der ersten Etappe sind wir von El Bolson, wo wir zwei sehr nette ehemalige Weltreisende besucht haben, über den Nationalpark Nahuel Huape und den Nationalpark Lanin durch die Berge Argentiniens gefahren. Wir fuhren zwar ab und an durch Skigebiete, mit sehr schönen und sauberen aber für unseren Geschmack etwas künstlichen Ortschaften, waren aber doch die meiste Zeit in relativ unberührter Natur unterwegs. Etwas nördlich von Alumine machten wir einen Schlenker auf die Route 11, die uns auf die Höhe von 1000 bis 2000 Metern brachte. Wir sahen den ersten Schnee diesen Jahres aus der Nähe! Das war bisher der verrückteste Tag dieser Reise, was das Wetter angeht:


Nachdem wir also auf der Route 11 in die Nähe von Schnee kamen, ging es danach wieder auf gemächliche 1000 Meter runter und es wurde wärmer, "Pulloverwetter", mit zunehmend starkem Wind. In der Nähe von El Huecu kamen wir in einen Sandsturm, der auch noch Regen versprach. Das erste Mal auf der Reise beschlossen wir auf eine Farm zu fahren und zu fragen ob wir dort übernachten durften, denn wir fanden einfach keinen Platz, der auch nur ein wenig Schutz vor dem Wind bot. Auf der Farm nahm man uns sehr freundlich auf und erlaubte uns unter neugierigen Blicken und im Schutze der unzähligen Bäume unser Lager aufzuschlagen. In der Nacht waren wir auch sehr dankbar dafür, denn die Bäume boten uns Schutz aber wir konnten am Heulen des Windes hören, dass es jetzt kein Spaß war draußen zu sein. Dann fing es auch noch schlimm zu regnen an. Diesmal hielt unser Dicker dichter als beim letzten Regen; wir sind mit der Silikonpistole den Löchern auf der Spur:)
Nachts, vor Sonnenaufgang schauten wir dann mal aus dem Fenster, denn das Wetter hatte sich beruhigt. Tags zuvor noch Pulli-Wetter und jetzt das:




Wir schnallten erst gar nicht was das weiße Zeug da vor unserem Auto sein sollte, so unvorbereitet traf uns der Wetterwechsel...Naja, so schnell kann es gehen...Und ich war dran mit Fahren, was mir zuerst gar nicht behagte, aber ich musste, wie schon einige Male zuvor, feststellen, dass dieses Auto einfach der Wahnsinn ist, wenn es um die Fahrt in schwierigem Gelände geht. Wir rutschten gar nicht, er fraß sich geduldig durch den Schnee und danach durch den Matsch und dann sah er so aus ( und so mögen wir ihn eigentlich am liebsten):

Als wir einige Stunden später in Chos Malal ankamen, dann die nächste frohe Botschaft: wir kommen hier nicht weg!!! Chos Malal liegt auf 800 Metern, dort gab es also keinen Schnee aber sowohl die Route 40 war gesperrt, weil sie auf 2000Metern über einen Pass führte und verschneit war, als auch unsere Alternativroute, die wegen Steinschlags aufgrund des starken Windes nicht befahrbar war. Wir legten also eine zweitägige Pause in Chos Malal ein.

Montag, 18. April 2011

on the road again

Das Reisen hat uns wieder! Leider liegt ein sehr schöner Süden von Chile hinter uns aber wir sind gespannt was noch auf unserem Weg liegt.
         Nach einem erschütternden Besuch in Chaiten, das 2008 von einem Vulkanausbruch unter Asche begraben wurde, wollten wir eingentlich weiter in den Nationalpark Pumalin. Wir mussten jedoch dem Dauerregen, dem unserer Dicker noch nicht gewachsen war entfliehen. Wir hatten erhöhten Wasserstand im Kleiderschrank und hinter den Vordersitzen. Zusätzlich kamen wir mit dem Trocknen unserer Kleidungsstücke und Handtücher nicht mehr nach. Wir entschädigten uns mit dem atemberaubenden Weg nach Argentinien durch enge Täler und wilde, klare Flüsse. Im National Park "Los Alerces" genossen wir wieder die Ruhe der Natur und machten die ersten Bekanntschaften mit dem Nachtfrost und unglaublich kalten Morgentemperaturen. Aber wir freuen uns jetzt hier zu sein. Ohne den Unfall hätten wir sicherlich nicht die wunderbaren Farben des Herbstes in der Andenregion kennengelernt.
Aktuell verweilen wir in El Bolson und ziehen dann weiter Richtung Norden in wärmere Teile des Landes.
Es ist schön wieder unterwegs zu sein. Wir vermissen die Wärme und die Geborgenheit der Familie bei der wir so lange waren, sind aber auch froh wieder in der Lage zu sein unsere eigenen Wege zu gehen. Es liegt noch viel vor uns, unsere Reise soll uns noch durch so viele Länder führen und wir haben noch nicht einmal die ersten Beiden hinter uns gebracht. Wir sind voller Vorfreude und Spannung welche Abenteuer uns noch begegnen.


Auf ausdrücklichen Wunsch meines Vaters ("Man sieht ja nur Landschaften, Landschaften, Landschaften auf Euren Bildern, wir wollen auch mal Euch sehen") benutzen wir seit Neustem öfters mal den Selbstauslöser und stellen deswegen mal mehr Fotos von uns beiden rein:)

Samstag, 9. April 2011

Der hat keine Beulen, das ist Kriegsbemalung

Samstag 09. April 2011

Wir konnten es uns nicht vorstellen aber wir sind soweit. Heute setzen wir unsere Reise fort. Alles stand wohl unter einem guten Stern. Es sind genau 40 Tage vergangen seit dem wir den Unfall hatten. Man könnte meinen unsere Fastenzeit endet heute, es geht wieder los. Wir sind sehr froh und glücklich es geschafft zu haben. Es ist ein schönes Gefühl, das Auto wieder fahrbereit vor uns zusehen. Aber wir haben es nicht alleine geschafft. Ohne die Hilfe der Gastfamilie (Julio, Alicia, Milena, Victor, Maite, Caro, Sergio, Tiare, José und Tante Ximen) wären wir wohl nicht so schnell auf die Straße zurück gekommen. Sie gaben uns Obdach, einen tollen Ort zum Arbeiten, jede menge gutes Essen und vor allem Hoffnung, dass man das alles wieder hinbekommen kann. Und sie haben recht behalten. Wir haben jetzt einen chilenisch reparierten Defender mit deutschem Geist. Wenn das nicht für die zukünftige Reise die besten Voraussetzungen sind?

Die Reise führt uns weiter in den Norden. Wir bleiben erst mal auf der chilenischen Seite bis Chaiten und wenden uns dann wieder Argentinien zu und von dort Richtung Mendoza. So erst mal der grobe Plan.

Wie dieses Erlebnis unsere Reise verändern wird wissen wir noch nicht aber wir fühlen, dass etwas passiert ist und das wir etwas für die Zukunft gelernt haben. Es gibt immer eine Lösung und manchmal ist nur eine Einladung zu einem Kaffee der Anfang dafür. Wir haben große Unterstützung genossen und hoffen diese weiter geben zu können den man kann große Aufgaben nicht alleine bewältigen.

Jetzt schauen wir nach vorne und setzen voller Zuversicht die Reise fort. Wir freuen uns auf die kommenden Ziele und die Menschen die wir treffen. Danke nochmal an alle aus den Land Rover Foren in Deutschland, Argentinien und Chile für die Tipps, positiven Worte und manchmal sehr bewegenden Mails. Wir werden euch mit Fotos und kleinen Berichten auf dem Laufenden halten. Vielleicht treffen wir ja den Ein oder Anderen auf unserem Weg.

Bis bald Agnes und Claus

An jeder schlimmen Sache gibt es immer was Gutes....

...an unserem Unfall war es unsere Familie.

Gestern haben wir uns mit einem kleinen Essen von unserer Gastfamilie verabschiedet. Es war sehr schön alle zum letzten Mal am Tisch zu haben und es war ein schönes Gefühl, dass das Essen von uns kam.
Tiare, die Tochter von Caro und Sergio, half uns bei den Vorbereitungen und beim Abschiedsgeschenke verteilen. Danke dafür! Leider konnte Sergio beim Essen nicht dabei sein, weil er arbeiten musste. Das war schade, denn wir haben uns immer gerne gepiesackt.
Es war sehr schön, dass nicht nur wir sehr oft davon gesprochen haben, wie froh und dankbar wir wären, sondern auch die Familie, auch wenn es mit Sicherheit für sie nicht einfach war zwei völlig Fremde für einen Monat in ihre Familie aufzunehmen. Wir hatten jedenfalls von Anfang an das Gefühl willkommen zu sein und haben uns nie wirklich fremd gefühlt. Es fehlen uns und unseren Familien die Worte unsere Dankbarkeit für diese Famile auszudrücken und ihre Selbstlosigkeit. Wir haben Freunde gefunden.

Les vamos a extranjar mucho! Alicia, estas en nuestros corasones, porque nos daste esperanza y consuelo y nos invitaste en tu familia, como que esto era una cosa muy natural.
Julio, nos ayudaste mucho con tu conosimiento de fierros, con tus contactos. Nos gusto mucho de encontrar te cada mañana en la cosina, haciendo fuego y preparando el desajuno.
Milena, nos daste el sentido que estamos bienvenido en tu familia. Disfrutabamos los conversationes con tigo mucho, los chistes ("Milena, passa me el pan, por fa." Milena: "No") y de ver como tratas con tu hija, como la cantas. Tienes mucho corazon! Y una hija, tan rica como Ofenschlupfer:) Cachay?

Mittwoch, 6. April 2011

Land in Sicht!

Dienstantritt: Letzter Arbeitstag
Heute haben wir unsere Reparaturarbeiten abgeschlossen. Der Dicke hat seine letzte Scheibe eingesetzt bekommen und wir haben angefangen zu packen. Es gibt noch viele Kleinigkeiten zu tun aber wir werden uns wohl damit anfreunden müssen, sie unterwegs zu richten. Wir wissen zum Beispiel gar nicht wie wasserdicht der Wagen jetzt ist; wir haben noch immer kein Dachfenster und wir brauchen neue Seitenspiegel, denn unsere sind eben, damit kann man beim Rückwärts fahren einfach mal gar nichts sehen. Und das sind nur die großen Baustellen. Aber wir sind guter Dinge. Gestern und heute haben wir die ersten kurzen Fahrten unternommen, morgen oder am Freitag wollen wir noch auf einer Wellblechstraße Probe fahren. Noch haben wir kein wirklich sicheres Gefühl in dem Auto, wir wissen ja wie viele Tuben Silikon wir verwendet haben um es zu kitten. Naja und der Unfall steckt einem ja doch noch in den Knochen.
Jedenfalls werden wir (so der Plan) am Samstag Morgen/Vormittag losfahren. Schauen wir mal ob das klappt. Ich glaub's ja erst, wenn wir im Auto sitzen und Coyhaique verlassen haben:)

Sonntag, 3. April 2011

Raindrops keep falling on my head...

Letzte Woche am Sonntag haben wir ein wenig Sonne schnuppern dürfen und haben ein paar, wenn auch nur wenige Fotos von Coyhaique gemacht.
Doch auch wenn wir mit unserer Gastfamilie mehr als Glück haben und sie uns hier eine sehr schöne Zeit bereiten und auch das Städtchen hier ganz schön ist, wir wollen weiterreisen! Unter anderem auch deswegen, weil es hier so langsam aber sicher Winter wird was man daran sieht, dass die Gipfel der Berge um uns herum immer weißer und weißer werden.Ja bei Euch in Deutschland fängt gerade der Frühling an und bei uns...brrrr...es ist soooo kalt!
Und ich würde ja gerne mehr arbeiten, und meistens schufte ich mir die Finger wund, während Claus die Sonnenstrahlen genießt und...schläft ;-)











Wie gesagt, letzten Sonntag haben wir einen kleinen Spaziergang durch die Stadt gemacht um mal was anderes zu sehen als nur die Garage und das Auto. Coyhaique ist schön, hat viele interessante Ecken. Mit seinen etwas mehr als 45.000 Einwohnern ist es recht übersichtlich und nicht so überlaufen. Coyhaique liegt wie Stuggitown in einem Kessel und man hat eine wunderschöne Aussicht auf die drurumliegende Natur, die Berge, Wälder und Wiesen. Hoffentlich werden wir die Gelegenheit haben sich die mal aus der Nähe anzuschauen...
Heuter haben wir  am Auto gearbeitet, deswegen gibt es keine schönen Fotos an dieser Stelle. Aber wir sind ein gutes Stück vorangekommen mit der Autoreparatur, deswegen gibt es bald wieder was bei "Zuhause 4x4 -Reloaded-. Leider waren heute beide Batterien vom Fotoapparat leer, deswegen gibt es die Fotos dazu erst in den nächsten Tagen.
Demnächst kommen dann auch  hoffentlich ein paar Fotos von unserer Gastfamilie, wenn wir endlich mal vor lauter Geschwätz am Tisch daran denken Fotos zu machen:)